Am 1. Januar 1966 trat das deutsche Urheberrecht in Kraft, zum Zeitpunkt der Konferenz "Die Zukunft des Urheberrechts" hat es nahezu 50 Jahre Bestand. Das deutsche Urheberrechtsgesetz wurde oft reformiert, auch nach 50 Jahren muss das Gesetz weiter an die technische Entwicklung angepasst werden.

Vor allem die in Deutschland und in der EU entwickelten "Digitalen Agenden" stellen hohe Anforderungen an die Entwicklung des Urheberrechts.

Die zu erwartenden Vorschläge zur Umsetzung der Pläne des EU-Kommissars für die Digitale Agenda Günther Oettinger im Jahr 2015, die Vorlage der Reformvorschläge des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz zur Umsetzung der Koalitionsvereinbarung in Bezug auf die Reform des Rechts der privaten Vervielfältigung und des Urhebervertragsrechts sowie die Entwicklung der TTIP-Verhandlungen werden Rechtswissenschaft, die Urheber/innen und die ausübenden Künstler/innen und die Kultur- und Kreativwirtschaft im Jahr 2015 beschäftigen.

Die Konferenz soll sich mit den laufenden Novellierungen, vor allem aber mit den Zukunftsfragen beschäftigen:

  • Benötigen wir neue Lizenzmodelle und wie sehen sie aus?
  • Wie entwickelt sich das Verhältnis von Urhebern und Nutzern weiter?
  • In welche Richtung entwickelt die Gesetzgebung die Rolle und die Verantwortung der Intermediäre?
  • Wie werden die Rechte der Nutzer in einer Umgebung geschützt, in der Daten "die Währung sind, mit der die Nutzer bezahlen"?
  • Benötigen wir weitere Abgabensysteme, um die Nutzung von Rechten zu erleichtern? Etwa im Zusammenhang mit Cloudcomputing und der Nutzung von Datennetzen und -plattformen?
  • Welche gesetzlichen Maßnahmen sind erforderlich, um den politisch gewünschten erleichterten Zugang zur Nutzung geschützter Werke in Bildung und Wissenschaft bei Sicherstellung der angemessenen Vergütung zu gewährleisten?


Unter Berücksichtigung vor allem des audiovisuellen Bereichs, an den besondere Anforderungen in Zeiten der Digitalisierung und Globalisierung gestellt werden, sollen die Lage in Deutschland und die internationale Situation – insbesondere mit Blick auf Brüssel – beleuchtet werden. Dabei spielt auch die Neubewertung des Territorialprinzips im Urheberrecht eine wichtige Rolle.

Ebenso wichtig sind die neueren Entwicklungen in der Musikbranche, auch sie bilden einen Schwerpunkt, insbesondere die Analyse der in den vergangenen Jahren entwickelten Lizenzmodelle, darunter auch freie Lizenzen wie Creative Commons.

Schließlich werden auch Fragen erörtert, die sich in den Bereichen Literatur und Bild / Kunst stellen. Sie stehen im Hinblick auf die Forderungen von Wissenschaft und Unterricht unter besonderem Handlungsdruck.

Rechtswissenschaftler, Soziologen und Ökonomen werden mit Urhebern und ausübenden Künstlern sowie Vertretern der Kulturwirtschaft – Verleger, Produzenten, Sendervertreter – die Diskussion mit Politikern führen, die in der nationalen und internationalen Gesetzgebung maßgeblich engagiert  sind.

Sie alle werden versuchen, einen Blick in die nahe, aber auch mittel- und längerfristige Zukunft zu werfen und Perspektiven zu formulieren – für Deutschland, für Europa und auch global.

Die Konferenz ist international ausgerichtet, Konferenzsprachen werden deutsch und englisch sein.